
Materialien vergleichen: Holz, Baumwolle und mehr für Bad & Sauna
Bei der Auswahl von Bad- und Saunaprodukten spielen Materialeigenschaften eine große Rolle für Komfort, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit. In diesem Beitrag vergleichen wir die gängigsten Materialien — Holz, Baumwolle, Leinen und synthetische Stoffe — und zeigen Vor- und Nachteile sowie Pflegehinweise und Kaufempfehlungen.

Holz: Natürliches Material für Sauna und Bad
Holz ist das klassische Material für Sauna-Bänke, Aufguss-Eimer oder Badezimmer-Elemente wie Hocker und Regalboden. Typische Holzarten sind Fichte, Tanne, Espe, Erle, Zeder und thermisch behandeltes Holz.
- Vorteile: Gute Wärmeisolation (ideal für Saunen), natürliche Optik, angenehmes Hautgefühl, bei manchen Arten (z. B. Zeder) auch natürlicher Duft und natürliche Resistenz gegen Pilze und Schimmel.
- Nachteile: Bedarf an Pflege (Ölen, Schleifen), kann splitterig werden, empfindlich gegenüber starker Feuchtigkeit oder falscher Belüftung; teurere Arten und Thermoholz kosten mehr.
Hinweis für Saunen: Verwenden Sie unbehandeltes, hitzebeständiges Holz wie Espe, Erle oder Zeder. Keine lackierten/chemisch behandelten Hölzer in der Sauna verwenden.
Baumwolle: Klassiker für Handtücher und Badematten
Baumwolle ist weich, saugfähig und weit verbreitet. Unterschiedliche Qualitäten (z. B. ägyptische oder türkische Baumwolle) sowie das Gewicht in GSM (Gramm pro Quadratmeter) beeinflussen Saugfähigkeit und Komfort.
- Vorteile: Sehr saugfähig, hautfreundlich, hohe Temperaturbeständigkeit beim Waschen, langlebig bei guter Pflege.
- Nachteile: Trocknet langsamer als Leinen oder synthetische Stoffe; schwere Handtücher sind langsamer in der Trocknung und können bei schlechter Belüftung Gerüche entwickeln.
Empfehlung: Für Badetücher 500–700 GSM für hohen Komfort; für Saunatücher reichen oft 400–600 GSM, die schneller trocknen.
Leinen: Leicht, atmungsaktiv und nachhaltig
Leinen (aus Flachs) ist von Natur aus atmungsaktiv und trocknet schnell. Es fühlt sich anfangs etwas rauer an, wird aber mit der Zeit weicher.
- Vorteile: Sehr schnell trocknend, antibakterielle Eigenschaften, langlebig, meist ökologisch vorteilhaft, weniger Waschgänge nötig.
- Nachteile: Teurer als Baumwolle, anfänglich rauere Haptik, knittert schneller.
Leinentücher eignen sich besonders für Personen, die Wert auf Nachhaltigkeit und schnelle Trocknung legen. Für die Sauna sind sie aufgrund der schnellen Trocknung sehr praktisch.
Synthetische Stoffe: Mikrofasern und Polyester
Synthetische Stoffe wie Polyester oder Mikrofasern bieten Vorteile bei Gewicht und Trocknungszeit, haben aber auch Nachteile.
- Vorteile: Sehr schnell trocknend, leicht, oft preisgünstig, hohe Formstabilität, manchmal antibakteriell ausgerüstet.
- Nachteile: Können unangenehme Gerüche halten, fühlen sich weniger „natürlich“ an, Freisetzung von Mikroplastik beim Waschen, eingeschränkte Hitzebeständigkeit.
Synthetische Handtücher eignen sich für Reisen, Sport oder als Badehandtuch, wenn schnelles Trocknen gewünscht ist. Für die Sauna sind Natural-Materialien oft angenehmer auf der Haut.
Mischgewebe und ihre Rolle
Mischgewebe kombinieren Vorteile: Baumwolle-Leinen-Mischungen verbinden Weichheit und schnelle Trocknung, Baumwoll-Polyester-Mischungen erhöhen Formstabilität und reduzieren Trocknungszeit. Achten Sie bei Mischgeweben jedoch auf Pflegehinweise und Umweltaspekte (Mikrofasern!).
Pflege, Hygiene und Umweltaspekte
Pflege beeinflusst Haltbarkeit und Hygiene stark. Einige Tipps:
- Handtücher regelmäßig bei 40–60 °C waschen, keinen Weichspüler verwenden (reduziert Saugfähigkeit).
- Leinen und Baumwolle an der Luft trocknen; Synthetik bei niedriger Temperatur im Trockner möglich.
- Holz regelmäßig ölen und gut lüften, stehende Nässe vermeiden.
- Auf Zertifikate achten: FSC für Holz, GOTS oder OEKO-TEX für Textilien.
- Mikroplastik vermeiden: Mikrofasern separat waschen, Wäschesäcke oder Filter verwenden.
Kaufempfehlungen — welches Material für welchen Zweck?
- Sauna-Bänke und Utensilien: Unbehandeltes, hitzebeständiges Holz (Espe, Erle, Zeder).
- Badetücher: Baumwolle (Türkische/Ägyptische) 500–700 GSM für Komfort; Leinen für schnelle Trocknung und Nachhaltigkeit.
- Saunatücher: Leichtes Baumwoll- oder Leinenmaterial (400–600 GSM) oder hochwertige synthetische Mikrofaser für Reisen.
- Badematten: Rutschfeste Unterseite, schnelltrocknende Oberfläche (Baumwolle oder Mikrofaser, ggf. mit Memory-Foam-Kern).
Fazit
Es gibt kein „bestes“ Material für alle Fälle — die beste Wahl hängt von Nutzung, Pflegeaufwand, Komfort und Umweltpräferenzen ab. Holz bleibt erste Wahl für die Sauna aus Gründen der Hitzeverteilung und Optik. Baumwolle bietet den besten Komfort für Handtücher, während Leinen eine hervorragende nachhaltige Alternative mit schneller Trocknung ist. Synthetische Stoffe punkten bei Gewicht und Trocknungszeit, haben aber ökologische Nachteile. Mit dem richtigen Materialwissen und pflegebewusster Nutzung finden Sie für jedes Badezimmer und jede Sauna die passende Lösung.
Sehr hilfreicher Beitrag! Ich war unsicher, ob Leinen im Bad wirklich Sinn macht — nach dem Lesen probiere ich es jetzt aus.
Guter Überblick. Könntet ihr noch einen Artikel speziell zu Sauna-Holzarten und deren Geruchseigenschaften machen?
Danke für die Tipps zur Pflege. Der Hinweis mit dem Weichspüler hat mir geholfen, meine Handtücher wieder saugfähig zu bekommen.
Bei Mikrofasern würde ich noch stärker auf den Mikroplastik-Aspekt eingehen. Vielleicht Tipps für Alternativen beim Sporttuch?
Top Beitrag! Besonders die Hinweise zu Zertifizierungen (FSC, GOTS) fand ich nützlich bei der nächsten Kaufentscheidung.